Mutterboden | Ist Bio wirklich besser: Die Ergebnisse verschiedener Studien kurz zusammengefasst
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Ist Bio wirklich besser: Die Ergebnisse verschiedener Studien kurz zusammengefasst

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21 Jan Ist Bio wirklich besser: Die Ergebnisse verschiedener Studien kurz zusammengefasst

Aus: „Die Qualität Biologisch Erzeugter Lebensmittel: Umfassende Literaturrecherche zur Ermittlung potenzieller Vorteile biologisch erzeugter Lebensmittel“, im Auftrag von BIO ERNTE AUSTRIA 2003

 

Ergebnisse der Fütterungsversuche

  • Die Samenqualität der Zuchtbullen die organisch gedüngtes Futtermittel bekamen war signifikant höher (AEHNELT & HAHN 1973)
  • Bei Kaninchen Hühnern und Ratten der Gruppe, die biologisch erzeugte Futtermittel bekam wurde eine signifikant geringere Anzahl an Totgeburten festgestellt und ein höheres durchschnittliches Gewicht der Jungen bei der Geburt. Die Vergleichsgruppe bekam dabei konventionell angebautes Futter derselben Sorte und derselben Lagerung. (GOTTSCHEWSKI 1975; STAIGER 1986)
  • Eier von biologisch gefütterten Hühnern sind wesentlich schwerer und haben ein höheres Dottergewicht als die Eier von konventionell gefütterten Hühnern (PLOCHBERGER 1989).
  • Beim Testen der Zusammensetzung von Fettsäuren in Rindfleisch von biologisch gefütterten Kühen wurde ein fast doppelt so hoher Anteil an ungesättigten Fettsäuren festgestellt. (JAHREIS ET AL. 1997)

Ergebnisse der Futterwahlversuchen:
Bei Futterwahlversuchen wurden die biologisch erzeugten Futtermittel bevorzugt (ABELE 1987, MATTHIES 1991, SCHULZ 1997).

 

Ergebnisse der Biophotonenemissionsmessung:

Bei dieser Methode wird die Lichtspeicherkapazität von Lebensmitteln ermittelt. Das Sonnenlicht das zu jedem energieverbrauchenden Prozess benötigt wird, wird bei Stoffwechselvorgängen als Biophotonen wieder freigesetzt. Deswegen lässt eine flache Kurve der Biophotonenemissionen auf eine hohe Lichtspeicherkapazität schließen. Die Ergebnisse der vergleichenden Studie zeigen eine besser Qualität der biologisch erzeugten Lebensmitteln. (LENZENWEGER 2001)

Ergebnisse der Lagerfähigkeit

Die Bio Lebensmittel erzielten außerdem besser Ergebnisse bei der Lagerfähigkeit. Durch die geringere Anzahl an Lagerverlusten kann die geringere Produktivität in der biologischen Landwirtschaft zu einem Teil ausgeglichen werden (VOGTMANN 1988)

Ergebnisse der Zersetzungstests

Dabei wir mit einem Inkubator die Außenbedingungen kontrolliert und die verschiedenen Stadien der Zersetzung fotografisch dokumentiert. Danach werden die Proben getrocknet und der Verlust der Trockensubstanz ermittelt. Biologisch erzeugten Lebensmittel konnten dabei eine bessere Haltbarkeit nachgewiesen werden. (KAACK ET AL. 2001)

 

bio-besser

Inhaltsstoffe:

Sekundäre Pflanzenstoffe

Sekundäre Pflanzenstoffe werden von den Pflanzen als Abwehrstoffe gegenüber anderen Organismen produziert und sind in hoher Konzentration für den Menschen giftig. Viele davon finden sich auch in unseren Nahrungsmitteln wieder aber in einer dementsprechend geringen Dosis dass sie laut derzeitiger Forschung wahrscheinlich sogar gesundheitsfördernd sind, sowie zum Beispiel Flavonoiden eine antikanzerogene Wirkung zugeschrieben wird. Genau diese sekundären Pflanzenstoffe sind in biologisch produzierten Lebensmittel wesentlich mehr enthalten, als in konventionell angebauten Nahrungsmittel. Das lässt sich dadurch erklären, dass durch das Verbot von Pestiziden und Herbiziden die biologisch angebauten Pflanzen selbst mehr dazu beitragen müssen um sich gegenüber Schädlingen oder anderen Umwelteinflüssen zu schützen und deswegen mehr sekundäre Pflanzenstoffe produzieren.

Rückstände von Pilzgiften

Der biologischen Landwirtschaft wird vorgeworfen durch den Verbot des Einsatzes von chemisch-sysnthetischen Fungiziden den Befall von Pilzen zu fördern oder zumindest nicht zu verhindern. Spuren dieser Pilze (Mykotoxine) können sich dann auch in den verarbeiteten Lebensmittel wiederfinden. Wie das zum Beispiel bei Brot der Fall ist wenn es aus Getreide gemacht wurde das von Fusarien Pilzen befallen wurde. Entgegen der Vermutung, dass dies bei biologisch erzeugten Nahrungsmitteln öfters der Fall wäre sprechen aber die durchgeführten Studien, die ganz im Gegenteil zeigen, dass biologisch erzeugte Produkte sogar weniger oft betroffen sind. (BECK UND LEPSCHY 1997, DÖLL ET AL. 1999) Das lässt sich vielleicht durch die größere Artenvielfalt in der biologischen Landwirtschaft und die dadurch stärker ausgeprägten Selbstregulierungsmechanismen erklären.

Pestizidrückstände

Auch in biologisch erzeugten Lebensmitteln können Pestizidrückstände festgestellt werden aber wesentlich geringere als in konventionell produzierten. Das lässt sich auf Rückstände im Boden oder Verunreinigung über die Luft, den Nebel oder Regen erklären. (BAKER ET AL. 2002B)

Lebensmittelzusatzstoffe:

Bei biologischen Lebensmitteln gilt das Prinzip das ursprüngliche Produkt nur so wenig wie möglich zu verarbeiten und die ursprüngliche Form und Qualität zu erhalten. Deswegen sind auch Lebensmittelzusatzstoffe bis auf wenige Ausnahmen verboten. (MAURER 1998)

 

 

Quellen

 

  1. ABELE, U. (1987): Produktqualität und Düngung – mineralisch, organisch, biologisch-dynamisch.

Angewandte Wissenschaft, Heft 345, Landwirtschaftsverlag Münster Hiltrup

  1. AEHNELT, E., HAHN, J. (1973): Fruchtbarkeit der Tiere – eine Möglichkeit zur biologischen

Qualitätsprüfung von Futter- und Lebensmitteln. Tierärztl. Umschau 4, pp.155-170

  1. BAKER BP, BENBROOK C, GROTH E, III, BENBROOK K (2002B): Pesticide residues in conventional, IPM grown and organic foods: Insights from three U.S. data sets. Food Additives and Contaminants 19(5): 427-446.
  2. BECK, R. , LEPSCHY, J. (2000): Ergebnisse aus dem Fusarium – Monitoring 1989-1999 -Einfluss

der produktionstechnischen Faktoren Fruchtfolge und Bodenbearbeitung. Bodenkult.

Pflanzenb. 4 (3), pp. 39-47

  1. GOTTSCHEWSKI, G.H.M. (1975): Neue Möglichkeiten zur größeren Effizienz der toxikologischen

Prüfung von Pestiziden, Rückständen und Herbiziden. Qualitas Plantarum – Plant Foods for

Human Nutrition, 25, pp. 21-42

  1. JAHREIS G, FRITSCHE J, SCHONE F, BRAUN C (1997): Cancer-inhibiting fatty acids in ruminant

products — influence of season and management on the content of conjugated linoleic acid in

milk fat. VDLUFA-Verlag; Darmstadt; Germany.

  1. KAACK K, NIELSEN M, CHRISTENSEN LP, THORUP KK (2001): Nutritionally important chemical

constituents and yield of carrot (Daucus carota L.) roots grown organically using ten levels of

green manure. Acta Agriculturae Scandinavica Section B Soil and Plant Science 51(3/4): 125-

136.

  1. LENZENWEGER, M. (2001): Single-Photon-Counting in der Lebensmittelqualität. Ein Vergleich von

Weizenkeimlingen und Karotten aus zwei verschiedenen Anbauformen. Diplomarbeit Univ.

Wien, Ludwig Boltzmann Inst. für Biologischen Landbau und Angewandte Ökologie; pp.79

  1. PLOCHBERGER, K. (1989): Feeding Experiments. A Criterion for Quality Estimation of Biologically and Conventionally Produced Foods. Agriculture, Ecosystems and Environment, 27, pp.419-428, Elsevier Science Publishers B.V., Amsterdam
  2. SCHULZ, D.G., KOCH, K. KROMER, K.-H., KÖPKE, U. (1997): Einfluss unterschiedlicher Anbauarten – mineralisch, organisch, biologisch-dynamisch – auf Kartoffeln: Inhaltsstoffe, Sensorik, Festigkeitskennwerte, und bildschaffende Methoden. In: U. Köpke und J.A. Eisele (Hrsg)

Beiträge zur 4. Wissenschaftstagung zum Ökologischen Landbau, 3.-4.März 1997, Bonn, pp.211 216

  1. STAIGER, D. (1986): Einfluss konventionell und biologisch-dynamisch angebauten Futters auf

Fruchtbarkeit, allgemeinen Gesundheitszustand und Fleischqualität beim Hauskaninchen.

Dissertation, Universität Bonn