Mutterboden | Ganzjährige Bodenbedeckung und andere Naturgesetze als Grundlage des biologischen Landbaus
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Ganzjährige Bodenbedeckung und andere Naturgesetze als Grundlage des biologischen Landbaus

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18 Feb Ganzjährige Bodenbedeckung und andere Naturgesetze als Grundlage des biologischen Landbaus

“Um Landbau richtig zu betreiben, muss zuerst die Schöpfung als die größte Offenbarung göttlichen Lebens und die Erde als die große Mutter, die uns alle trägt, erkannt werden, deren Gesetzen und deren Ordnungsprinzipien wir uns zu beugen haben.”

-Ing. Helga Wagner, ORBI.

 

Um Landbau richtig zu betreiben, muss zuerst die Schöpfung als die größte Offenbarung göttlichen

Lebens und die Erde als die große Mutter, die uns alle trägt, erkannt werden, deren Gesetzen und

deren Ordnungsprinzipien wir uns zu beugen haben. Es meint damit das Erkennen der ganzen

Schöpfung – Erde und Kosmos – mit all ihren Systemen und deren Beziehungen untereinander als

Grundlage, in die hineingebettet wir den Landbau erleben. Dieses Grundprinzip wurde von beiden

biologischen Landbaumethoden – dynamisch und organisch – durch ihre Schöpfer – Steiner und

Rusch – als zwingend fixiert.

 

Keine naturwidrige Handlung bleibt ohne Folgen, kein natürliches Prinzip kann man ungestraft

verletzen, keine natürliche Ordnung beseitigen ohne Gefahr für sich selbst. Die Einordnung des

Menschen in die Ordnungen der Schöpfung sind unabdingbare Voraussetzungen für sein Leben. So

ist die ganzjährige Bodenbedeckung eine landbauliche Erfüllung des Gesetzes, dass die Natur keine

offenen Böden kennt.

 

Wo solche durch Erdrutsche oder Muren entstehen, ist ein Bewuchs in kurzer Zeit vorhanden. Man

denke nur an die Schuttkegel im Bombenkrieg, wie rasch waren die begrünt, obwohl sie großteils

Bauschutt waren. Die Natur ist zudem eine sparsame Hausfrau und duldet keine

Wasserverschwendung, der bedeckte Boden hütet das Wasser. Der Bio-Landbau hat aus dieser

Erkenntnis eine Fülle von Bodenbedeckungen entwickelt, sei es in Form von reichen Fruchtfolgen,

Zwischensaaten, Gründüngungsarten und toten Bodendecken, Mulche verschiedener Art.

Ein sehr eng verwandtes Naturgesetz ist jenes, dass die Natur keine Monokultur kennt, d.h. weite

Strecken des Landes mit nur einer Pflanzenart besiedelt. Die nur einseitige Nährstoffentnahme und

einseitige Ausscheidungsabgabe einer Monokultur kann vom Bodenleben nur schwer bis gar nicht

verkraftet werden. Die Pflanzendecken der Natur sind daher vielfältig Laub- und Nadelholz,

Tiefwurzler und Flachwurzler, Baum, Gras und Kraut auf engem Raum. Der Bio-Landbau erfüllt dieses

Gesetz mit Mischkulturen vielfältiger Art vom Gemüsegarten bis zum Feldbau. Man denke dabei an

die von Gertrud Franck entwickelten Mischkulturen im Gemüsebau bis hin zu den sehr hoch

entwickelten Mischkulturen im Feldbau der Mischkulturen-Gruppe um Graz.

 

Ein weiteres Naturgesetz ist die Gestalt des Bodens selbst, er liegt da unter unseren Füßen nicht als

ein allgemeines Konglomerat, sondern er liegt in geordneten Schichten. Die unterste, immer eine

Gesteinsschicht ist die Trägerin des Oberbodens, dessen wieder unterste Schicht eine Mineralschicht,

getragen von Ton und Lehm darstellt, darauf die Humusschicht liegt, jene Hauptlebensschicht, jenes

Kernstück der Muttererde von der wir alle leben. Sie wird bedeckt und geschützt von der

Rottenschicht, jener unabdingbaren Schutzschicht organischer Masse, eben der Bodenbedeckung.

Ein unabsehbares milliardenfaches Heer von Mikroorganismen versieht zonengebunden die

Lebensarbeit in diesem Schichtgefüge, das den Körper des größten und kompliziertesten Organismus

des Planeten, eben des Bodens, darstellt und das mit Recht, da doch aus ihm alles Leben kommt.

 

Der Biolandbau respektiert diesen Bodenorganismus in seinem Aufbau und vermeidet alles

tiefgreifende Wenden der Schichten und damit Zerstörung des Bodenlebens. Dr. Herbert Franz, Boku

Wien, weist nachdrücklich auf den Wahnsinn des Tiefenwendens hin, das einem Erdbeben gleicht

und zum Tod der Bodenlebewesen führt: flach wenden und tief lockern. Es wird eine schonende

Bodenbearbeitung geübt, die hinreicht bis zum pfluglosen Ackerbau.

Ein weiteres Gesetz ist jenes, dass die Natur nirgends viehlos wirtschaftet. Wenn die Losung von

Wildtieren auch nur klein ist, so ist sie jedoch vorhanden und übt eine nicht zu unterschätzende

Kräftewirkung auf die Gesamtheit der ganzen Lebenswelt aus. Der tierische Beitrag sowohl zur

Ernährung als auch zur menschlichen Ernährung hat im Maß seine volle Berechtigung.

Als weiteres soll dargestellt sein das Gesetz des Kreislaufes der lebendigen Substanz, die beim

Absterben von Organismen keinen Tod erfährt, sondern zu neuer Erde wird. Aller Abfall sämtlicher

Bereiche, Pflanzenreich, Tierreich, Menschenreich, samt auch allen ihren Leichen, wird wieder zu

neuer Erde. Die Natur handelt auch hier sparsam. Der Weg im Biolandbau dorthin heißt

Kompostierung, die noch viel zu wenig geübt wird. Haufenkompost und Flächenkompost sind beide

im Stande Humus zu erzeugen. Im biologischen Landbau tritt der Wirtschaftsdünger und seine

Aufbereitung in den Mittelpunkt des Geschehens, die Humus-Erzeugung, also die Erzeugung des

wichtigsten Lebensstoffes an erste Stelle. Die Rückführung der organischen Masse von den Städten

auf das Land steckt noch in den Kinderschuhen (Bio-Tonne), wird aber große Wichtigkeit erlangen.

Und als letzteres soll dargestellt sein das größte Reinigungs-Regulativ, das die Natur kennt, das in der

Humusschicht des gesunden unberührten Mutterbodens liegt: hier werden die ärgsten

Krankheitserreger während weniger Tage vernichtet (Dr. Gustav Rohde, Institut für Humuswirtschaft

und Kompostierung Berlin), hier ist eine Entseuchungskraft vorhanden, die den ganzen Planeten

umspannt und ihresgleichen nicht hat. Hier liegt die Grundgesundheit der ganzen Erde, gegen diese

wird heute millionenfach gesündigt. Der biologische Landbau vermeidet grundsätzlich den

Bodenkreislauf durch irgendwelche Fremdstoffe (synthetische oder gar Giftstoffe) zu stören und

damit seine ursprüngliche Reinigungskraft zu zerstören.

 

Abschließend sei gesagt, dass hier versucht wurde einen Einblick zu geben in Naturgesetze, die uns

ständig umgeben und die einzuhalten, beziehungsweise sich ihnen unterzuordnen im Biolandbau

Gesetz ist.